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Arianrhod (1982)

Ulrike Rosenbach

Ulrike Rosenbach

Ti­tel des Albums: Arianrhod
Ti­tel: - (Track 02)
Her­aus­ge­ber: Edition Dietmar Schneider, Köln
Da­tum: 1982
Me­di­um: object + audio cassette in box
Edition: 15 n. & s.

 

Ulrike Rosenbachs Soundarbeit Arianrhod stammt aus dem Jahr 1982 und ist Teil eines Multiples, das eine runde Schiefertafel, eine Fotografie und eine Audio-Kassette in einer Holzschachtel beinhaltet. Die Kassette beinhaltet zwei etwa halbstündige Stücke, von denen das zweite, hier verfügbare, ein über die gesamte Dauer anhaltendes, rhythmisches Klopfen enthält, das seinen einzigen Höhepunkt im allerletzten Ton erreicht. Dieses letzte Geräusch ist das Herunterfallen eines Gegenstandes. Dieser letzte Moment wirft ein erhellendes Licht auf das gleichmäßige Klopfen, das eine knappe halbe Stunde lang zu hören war und stellt endlich die Frage nach dem Sinn des monotonen Exzesses. Wurde hier etwas so lange bearbeitet, bis es hinunterfiel? Haben die Geräusche überhaupt einen direkten Zusammenhang oder ist es der kompositorische Abschluss einer tonalen Geräuschfolge?

Rosenbach bezieht sich in ihrer künstlerischen Arbeit wiederholt auf Themen antiker, heidnischer und fernöstlicher Mythologien, so auch in dieser Arbeit. Sie geht an Orte mit mythologischer Bedeutung und zieht aus ihnen Gedanken, Geschichten und Anknüpfungen.

Der Titel der Schallplatte weisst in die Mythologie. Arianrhod ist der Name einer Götting der keltische Mythologie von Wales. Diese gilt als Schicksals-, Mond- und Webergöttin und steht als Urbild für die keltische Weiblichkeit. Die Geräusche der Stücke auf Rosenbachs Arianrhod sind die harter, körperlicher Arbeit und können somit die Situation der Götter reflektieren, deren überliefertes Dasein von Schicksalen, Unterdrückung, Macht und Unwirtlichkeit geprägt war.

PS